Katzenbeißer (27)

 

 

Der Katzenbeißer kommt aus Lauffen

Auch hier bei uns kann man ihn kaufen

Schwarzriesling, so lässt er sich nennen

Ein Wein den längst nicht alle kennen.

 

Der schwarze Riesling, tun sie kund

Ist älter, als der

 

Schmeckt weich und trocken und auch frisch

Hat Erdbeerduft und Duft von Kirsch

 

Gedeiht zu anderer Winzer Ärger

Am besten wohl als Württemberger

Getrunken wird er, mit viel Spaß

Stilecht, nur im Henkelglas

 

Was aber soll das Katzen beißen

Warum muss so ein Rotwein heißen

Biss einst im schönen Neckartale

Ein Schlotzer gar in Katzenhaare? 

 

Genießer tun gern ausprobieren

Gern süffeln und gern schnabulieren

Kriegt man bei dem; igitt, igitt

Auf Katzen etwa Appetit?

 

An so was wollen wir nicht denken

Und unser Hirn jetzt nicht verrenken

Fühlt man vom Kater sich gebissen

Dann war’s zu viel das muss man wissen

 

WR 2.6.08

 

 

 

 

 

Die Wertfrage (28)

 

Ich kannte mal `nen Zwilling

Der kam aus Großendrilling

Er machte nächtens Blüten

Sonst tat er Schafe hüten

 

Mit seiner kleinen Herde

Umweidet er die Erde

Erweidet kurzer Hand, im Nu

Von Nord nach Süd erst die EU

 

Von Themse, Rhein bis an den Po

Er weidet auch noch anderswo

In der Türkei, den Balearen

Zum Schluss dann noch auf den Kanaren

 

Pannonien wollte er nicht missen

Die Schafe haben drauf geschissen

Sie blökten immer wenn sie sollten

Und kriegten Wasser wenn sie wollten

 

Allein der Tag an dem sie dachten

Wir müssen ihn jetzt nicht mehr achten

Liegt lang zurück im Geist der Schafe

Er merkt es erst nach langem Schlafe

 

Als er erwacht, ist es zu spät

Die Vögel haben ausgesät

Das dieser Schäfer auf der Erd

Hat wirklich keinen großen Wert

 

WR 9.6.08

 

 

Die Kunstung (29)

Zunächst einmal auf keinen Fall mehr glaciertes Saisongemüse.

Die Wasserfotografien sind in Wirklichkeit nichts anderes als Fluchtversuche.

Das war schon 1968 in der „unbequemen Zeit“ so:

Die Herrin ihrer Kunst vorm Paradies im hellen Schein.

Hiob brachte die Botschaft und das Buch von Günter zu Ludwig ins Museum Deutschherrenhaus.

Idyllen, Sphären, Passepartouts und Rahmen sind symbolische Visionen von Credit Swiss.

Flussmann zwischen Konformität und Widerständigkeit. Auf dem Internationalen Podium, siebzehn Antworten der zeitgenössischen Fotografie und der Videokunst zum 100. Geburtstag.

Kunstkontor bietet: Lapis Lazuil, echtes natürliches Ultramarin zu Fritten und Brillanten.

Der Wiener Dschungel beginnt am Architekturzentrum und endet am Schafhof. Wo sonst?

Im ehemaligen Nonnenkloster: „Paint Ink“ auf vertrautem Terrain. No one is innocent

Kunstmaschinen, Maschinenkunst; Schaulust des Sehens und Täuschens

Das im Entwischen Erwischte aus dem Energiezentrum Phoenix umgibt sich mit Fotografie.

Eine frühe Freakshow insbesondere der „Brücke“? Alles kann, nichts muss.

Die Hypnose der Catherine Millet ist Formenspiel bei dem die Frau reitet. Und das Pferd geht zu Fuß.

Der Frosch in der Milch versiebt mal wieder die Zukunftschancen aus Gier nach dem schwarzen Gold.

 

WR 16.6.08

 

Die gute alte Zeit (30)

 

Im Juni kommt der Sommer an

Mit warmer Luft und viel Tamtam

Die Sonne scheint den ganzen Tag

So stark, dass ich sie nicht mehr mag

 

Der Tag ist warm und es ist schwül

Bloß tief im Keller ist es kühl

Ich schwitz am Tag und in der Nacht

Und hoffe das es bald mal kracht

 

Wenn Blitze dann am Himmel zucken

Tut mich das überhaupt nicht jucken

Die Erde riecht nach frischem Regen

Für mich ist das ein großer Segen

 

Für Kühle bin ich mehr geboren

Ich will nicht in der Sonne schmoren

Das Trinken ist auch kompliziert

Schnell wird es wieder transpiriert

 

Doch ist der Sommer kalt und nass

Was glaubst du wie ich das erst hass

Das ganze Jahr nur Regenschauer

Das macht mich depressiv und sauer

 

Die Wettermacher heut zu Tage

Sind nicht mehr gut, sind eine Plage

Ich wünsche mir, es tut mir leid

Zurück die gute alte Zeit

 

WR 23.6.08

 

 

 

Lebensmaschine (31)

 

Was ist aus den Rotkehlen geworden?

Vor vierzig Jahren waren wir noch verführbar und bereit

 

Und jetzt? Der lange Marsch durch die Institutionen

Hat sich für einige gelohnt. Für die meisten nicht

 

Wir haben das System nicht verändert

Es hat uns beruhigt und eingelullt

 

Der Kapitalismus lebt in seiner höchsten Blüte

Schamlose Spekulation

 

Milch und Käse werden teuer weil Chinesen und Inder

Auf den Geschmack gekommen sind

 

Erdöl wird teuer, weil Chinesen Auto fahren wollen

Wir haben Hartz IV und Agenda 2010

 

Die Lebensmaschine läuft im rauen Takt

Lasst uns selber die Kulturnacht machen

 

Leben ist schön mit Rotwein und guten Gesprächen

Sagt Miklos der Ungar

 

Er hat nicht unrecht.

 

WR 30.6.08

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
JoomlaTheme.net